Wasser trinken
24. Oktober 2023
Von: André Uhlig ⁄ Wassersommelier
Klar ist: Wassertrinken ist wichtig. Ich erspare uns die lange Liste guter Gründe. Sie kennen sie. Und trotzdem sieht die Realität oft anders aus. Nicht selten vergesse ich selbst, die für mich passende Menge Wasser zu trinken. Obwohl ich mich als Wassersommelier seit Jahren fast täglich mit genau diesem Thema beschäftige. Was also tun, wenn das Trinken von Wasser schwerfällt oder einem schlicht nicht mundet?
Welche Faktoren können einen Menschen in seiner körperlich-seelischen Belastbarkeit unterstützen? Wassertrinken ist dabei nur einer von vielen nachgewiesenen Faktoren. Deshalb starte ich gerne mit einer aus meiner Sicht noch immer unterschätzten alltäglichen Handlung: regelmäßig Wasser zu trinken.
Sieben Gäste hatten sich zu einer Wasserverkostung in der Aquathek angemeldet. Über 90 Minuten probierten sie unterschiedlich mineralisierte Wässer, verglichen deren Einfluss auf Tee und Wein und beschrieben, was sie dabei wahrnahmen. Unmittelbar danach kamen drei von ihnen zu Wort: Regina Rülcker, Gemeindepädagogin, Dipl.-Ing. Klaus Pütz, ehemals bei der Landestalsperrenverwaltung Sachsen, und Dr. med. Christa Ufer, ehemalige Ärztin.
Von der Pflicht zur Kür
Zwei, drei Mineralwässer unmittelbar hintereinander verkosten – und plötzlich werden feine Unterschiede wahrnehmbar. Das eine erscheint süßlich, ein anderes leicht säuerlich, weich oder trocken.
Es gibt da erstaunliche Unterschiede.
Wer ein Wasser findet, das ihm schmeckt, greift vermutlich auch leichter wieder danach. So kann aus der Pflicht, Wasser zu trinken, die Kür werden.
„Mineralwasser hilft mir sensorisch differenzierter wahrzunehmen.“
Beim Bier trinken geht es nicht nur um den Geschmack. Aktiviert mich ein Bier oder macht es mich ruhiger? So oder ähnlich wird die Wirkung beschrieben, welche sich durch die Fortsetzung der Verstoffwechslung nach dem ersten Schluck bemerkbar macht.
Der Alkoholgehalt kann nicht allein für das Wirksamwerden eines Bieres verantwortlich gemacht werden. Ein Bier wird durch eine Vielzahl an Faktoren geprägt. Die Auswahl der Zutaten, das Mengenverhältnis sowie die Steuerung der Abläufe im Herstellungsprozess beeinflussen letzendlich Geschmack und Wirkung eines Bieres.
Nach der Verkostung bei Konstantin Mascher ahne ich weshalb er sein Lieblingsbier „Prior Bräu“ nennt. Aus dem Lateinischen abgeleitet könnte es „das Vortreffliche“ heißen. Für mich waren es besondere Geschmacksmomente, sein Selbstgebrautes so facettenreich wahrzunehmen. Eine ungewohnt schöne Entdeckung von Bier, wie ich finde!
„Verkostungen regen das Gehirn an neue synaptische Netze zu spinnen.“
Noch ist vielen die Thematik fremd, was die anfängliche Skepsis erklärt, insbesondere wenn ich über die Sensorik von Wasser rede. Mancher vermutet vielleicht, dass ich spinne. Ja, dem ist so - nur eben nicht im wertenden Sinn, sondern: Indem ich mit Wasser ungewohnte sensorische Verbindungen schaffe, rege ich das Gehirn an, neue synaptische Netze zu spinnen. Ein nützlicher Nebeneffekt, den ich dabei beobachte: Das Interesse an Wasser nimmt zu, insbesondere wächst die Wertschätzung dem kostbaren Gut gegenüber.
Das Bier brauen - Kurzanleitung Leben
Das Leben kennt verschiedene Etappen des inneren und äußeren Wachstums. Um das menschliche Heranreifen besser zu verstehen, vor allem die Möglichkeiten persönlicher Einflussnahme, hilft uns das Beobachten ähnlicher Prozesse, die in der Natur vorkommen.
„Wesentliche Reifeschritte passieren dort, wo wir es mit uns aushalten, ohne abgelenkt zu sein.“
„Konstantin, wann fiel es Dir auf, dass Dein mittlerweile 20-jährig gepflegtes Hobby das Bierbrauen etliche dieser natürlichen Sinnbilder enthält? Begann alles mit einer flüchtigen Notiz und als es Hunderte davon waren, hat Dich die Zettelwirtschaft genervt. Pragmatisch wie Du bist nahmst Du den Tacker und fertig war das finale Skript für das Buch: Mass Halten - Männer, Bier und Brauen. Ein Reifeprozess.“
Männer, Bier und Brauen. Ein Reifeprozess.
Vom Bier zum Mann das ist die neue Ansage! Bier ist ein edles Getränk, der Mann ein edles Geschöpf. Um sie beide gehts in dem Buch, das längst fällig war für die Männer und ihre Welt: Es schließt die Lücke zwischen Bierbrauen und Selbsterkenntnis. Wir entdecken die Schritte des Bierbrauens und erfahren aus erster Hand, wie aus den vier überschaubaren Zutaten Wasser, Malz, Hopfen und Hefe ein einmalig aromatisches, vollmundiges Craft-Bier wird.
Stellt sich nach dem ersten Schluck selbst gebrauten Bieres ein zufriedenes Gefühl ein, steht man kurz davor, in ein lebensveränderndes Hobby hineinzustolpern. Oder wie Konstantin Mascher, der Leiter des Brauseminars, zu sagen pflegt: "Es gibt keinen Grund, es nicht zu tun." In einem historischen Pfarrgut kamen Männer aus verschiedenen Regionen zusammen um das Bierbrauen zu erlernen. Aber es ging um mehr...
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