Partner fürs Leben | 2. Teil

Heilwasser sucht perfekten Sonnenschein

10. April 2022
Von: André Uhlig ⁄ Wassersommelier

Auch wenn Dr. med. Hellmut Münch in Kapstadt zwischen Tafelberg und Kap der Guten Hoffnung sein zweites Zuhause gefunden hat, bleibt er seiner Heimat Oberbayern treu. Im Chiemgau ist er als niedergelassener Arzt mit dem Schwerpunkt Immunologie tätig. Im 1. Teil des Interviews schildert er weshalb sich Calcium und Vitamin D so prächtig vertragen. Leicht verständlich laden seine Ausführungen zum Nachahmen ein.

Vitamin D sorgt nicht nur für stabile Knochen, es nimmt Einfluss auf Muskeln und trägt zur Regeneration unseres Immunsystems bei. Im 2. Teil des Interviews gehen wir nun unter anderem der Frage nach, welche Folgen es haben kann, wenn der Vitamin-D-Wert auf dem Laborbescheid noch unter dem empfohlenen Mindestwert liegt. Aktuell sollen 63 % der Menschen in unserem Land davon betroffen sein.

Aus Studien von Prof. Dr. med. Michael Holick wissen wir, dass die Naturvölker des Amazonas-Gebietes, die sich überwiegend mit wenig Kleidung im Freien aufhalten, über einen deutlich höheren Vitamin-D-Spiegel als die Menschen in Deutschland verfügen.

Die Produktion von Vitamin D startet erst bei der richtigen Sonneneinstrahlung. Mit einer speziellen Intensität muss die Sonne auf die Haut treffen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass der Körper aus der UVB-Strahlung das benötigte Vitamin D herstellen kann.

Empfohlen wird die Mittagssonne zwischen Mai bis Anfang Oktober für max. 30 Minuten täglich auf unbedeckte Haut für die körpereigene Vitamin-D-Herstellung arbeiten zu lassen. Untersuchungen haben gezeigt, dass es nicht ausreichen würde, die Hand- und Armpartie sowie das Gesicht bescheinen zu lassen.

Auch die Vorstellung, geballte Zeiten am Strand, auf einer Sonnenterrasse oder bei einer Spritztour im Cabriolet zu nutzen, führt nicht zum flotten Auffüllen der Speicher. Der Körper verfügt nur über eine begrenzte Aufnahmekapazität pro Tag. Eine Schnellladefunktion gibt es nicht.

Im Interview meint Dr. med. Hellmut Münch, dass es in unseren Breitengraden ohne eine regelmäßige Vitamin-D-Substitution schwer sein wird, auf einen adäquaten D-Spiegel zu kommen.

„Calcium ohne Vitamin D ist wie ein Auto ohne Reifen.“

Dr. med. Hellmut Münch
Arzt mit Schwerpunkt Immunologie

Vitamin D ermöglicht die Calciumaufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt und befördert es weiter zum Einbau in den Knochen. Vorausgesetzt meinem Körper wird genug Calcium durch eine ausgewogene Ernährung zur Verfügung gestellt. Kommt das dabei behilfliche St. Anna Heilwasser mit seinen 604 mg/l Calcium „angerauscht“, wird das Sonnenvitamin nicht mehr widerstehen können - eine Partnerschaft fürs Leben.

Wie viel Vitamin-D und Calcium sind dann gut für mich? Das ist abhängig von den Lebensumständen (beispielweise Alltag, Stress, Sport, Schwangerschaft, Knochenbruch ...) und dem aktuellen Stand meiner Speicher. Hierfür ermittel ich meinen Bedarf, wie von Dr. med. Münch im Interview empfohlen, um angemessen vorzusorgen.

In der Schweiz gibt es kein staatlich anerkanntes Heilwasser, wie wir es in Deutschland als zugelassenes Medikament kennen. Doch sehr wohl gibt es Natürliche Mineralwasser, welche aus geschützten Vorkommnissen stammen und am Ort der Quelle naturbelassen abgefüllt werden. Einige von ihnen entspringen im Gebirge, andere sprudeln aus geschützten Vorkommnissen der Mittellandebene.

Bad Windsheimer St. Anna, Eptinger Prickelnd, Adelbodner Mineral (v.l.n.r.)

Zwei calciumreiche Mineralwasser aus der Schweiz, die ich kennengelernt habe: das Eptinger aus dem Kanton Baselland mit 475 mg/l Calcium und das Adelbodner aus dem Berner Oberland mit 579 mg/l Calcium.

„Jedes für sich genommen ein Unikat der Natur.“

André Uhlig
Wassersommelier

Der jahrelange Sickerungsprozess bis ins Tiefengestein macht sie nicht nur ursprünglich rein, sondern reichert ein jedes mit unterschiedlichen Mineralien und Spurenelemente an. Daraus ergeben sich verschiedene geschmack- und wirksensorische Eigenschaften. Deren Nutzen kann während einer Wasserverkostung leicht nachvollzogen und zugeordnet werden.

Nachweise
Bild: Header: Unsplash, Julian Hochgesang; Heilwasser-Trinkbrunnen: Kathrin Newman Photography

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